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Wolfgang Schön Gastredner der Ross Parsons Address in Taxation Law 2011

Im Rahmen der „Ross Parsons Address in Commercial, Corporate and Taxation Law 2011“ an der University of Sydney hat Wolfgang Schön, Direktor am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, am 27. Oktober 2011 über Reformbestrebungen bei der Besteuerung von Finanzinstrumenten referiert.

Bei der „Ross Parsons Address in Commercial, Corporate and Taxation Law“ handelt es sich um eine jährlich stattfindende Veranstaltung der Sydney Law School, die herausragende Wissenschaftler auf den Gebieten Handels-, Gesellschafts- und Steuerrecht einlädt, um ihnen wichtige Themen vorzutragen und zu diskutieren. In den Vorjahren wurden die Vorträge von Wissenschaftlern der Universitäten Cambridge, Columbia und Harvard gehalten. Mit Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Schön wurde erstmals ein deutscher Redner eingeladen.

In Deutschland, wie auch in nahezu allen anderen Rechtsordnungen, wird die Finanzierung mit Fremd- und Eigenkapital steuerlich ungleich behandelt. Zinsaufwendungen für Fremdkapital können als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Vor allem vor dem Hintergrund einer möglichen, durch die Finanzkrise ausgelösten „Kreditklemme“, wird dies als problematisch diskutiert. Aber auch was grenzüberschreitende Finanzierungen angeht, steht die ungleiche Besteuerung zunehmend als ineffizient und ungerecht in der Kritik. Mit der zunehmenden Hybridisierung der Finanzinstrumente wird die Unterscheidung zudem vielfach obsolet. Immer mehr Ökonomen und Juristen fordern, Finanzierungen mit Fremd- und Eigenkapital steuerlich einheitlich zu behandeln.

In seinem Vortrag „The Distinct Equity of the Debt-Equity-Distinction“ hat Wolfgang Schön die aktuelle Debatte aufgerollt und untersucht, welche Implikationen die Unterscheidung von Eigen- und Fremdkapital für das Gesellschaftsrecht und die Finanzierungsentscheidungen von Unternehmen hat. Er hat die Zweckmäßigkeit der ungleichen Behandlung im Kontext von Steuerrecht und internationaler Steuerzuordnung beleuchtet und eine vorsichtige Fortentwicklung des geltenden Systems befürwortet.

Februar, 2013