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Erik Hornung erhält EHA Cole Grant

Dr. Erik Hornung

Für ein Forschungsprojekt, das den Einfluss der ersten verpflichtenden Krankenversicherung auf die Sterberate in der Bevölkerung untersucht, erhält Dr. Erik Hornung den Arthur H. Cole Grant der Economic History Association.

Den Grant in Höhe von 5000 US Dollar nutzen Hornung und seine Koautoren Prof. Dr. Stefan Bauernschuster von der Universität Passau und Anastasia Driva von der Ludwig-Maximilians-Universität München, um Mortalitätsstatistiken aus den Jahren 1875 bis 1913 aus den 462 Preußischen Landkreisen zu digitalisieren und der statistischen Analyse zugänglich zu machen.

Im Jahre 1883 führte Otto von Bismarck im Deutschen Reich die weltweit erste gesetzliche Krankenversicherung ein. Zunächst war diese nur für Industriearbeiter verpflichtend. Die Tatsache, dass manche Bevölkerungsteile früher gesetzlich krankenversichert waren als andere, machen sich Dr. Erik Hornung und seine Kollegen zunutze, um zu analysieren, wie sich die Bismarcksche Reform auf die Sterberate in der Bevölkerung auswirkte.

Für das Projekt „Compulsory Health Insurance and Mortality“ greifen sie auf Mortalitätsstatistiken zurück, die zwischen 30 verschiedenen Todesursachen unterscheiden sowie nach Geschlecht und zwischen ländlichen und städtischen Regionen. So können Hornung und seine Kollegen die Sterbefälle danach differenzieren, ob sie auf Krankheiten zurückgingen, die zu jener Zeit behandelbar waren und ausschließen, dass verbesserte Hygiene- und Ernährungsbedingungen sowie andere nicht beobachtbare Faktoren die Ergebnisse verzerren.

Dr. Erik Hornung ist wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, Abteilung für Finanzwissenschaft.

 

Königliches Statistisches Bureau in Berlin (1861-1934): Preussische Statistik, vol. 1-305, Berlin: Statistisches Bureau zu Berlin.

Juni, 2015