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Juristische Bücher des Jahres 2019

„Law for Sale“ von Dr. Johanna Stark, wissenschaftliche Referentin am MPI für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, steht auf der diesjährigen Liste der in der NJW veröffentlichten Leseempfehlungen für Juristen.

In ihrer Monografie beleuchtet Johanna Stark den „Rechtswettbewerb“, ein Phänomen, das mit gesunkenen Mobilitätskosen für Personen und Kapital im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung einhergeht. Individuen und Unternehmen können sich immer leichter aus einem Rechtssystem heraus- und in anderes hineinwählen, und so Einfluss darauf nehmen, welche Rechtsnormen für ihr Unternehmen, ihren Vertrag, ihre Ehe oder ihr Insolvenzverfahren gelten sollen. Das führt dazu, dass Staaten sich immer mehr als Hersteller von Rechtsregeln sehen, die um die Gunst mobiler Nachfrager konkurrieren. Recht wird zum Produkt, das den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegt.  

Die rechtsphilosophische Analyse Starks zeigt „eindrucksvoll auf, dass die Annahme, im internationalen Zusammenspiel von Regelungsangebot und -nachfrage setze sich das bessere Recht letztlich durch, in einem vielfältigen Spannungsverhältnis zu herkömmlichen Vorstellungen von Demokratie, legitimer staatlicher Herrschaft und letztlich auch vom Recht selbst steht, die ihrerseits nicht in der utilitaristischen Gedankenwelt wurzeln, aus der die Idee des Rechtswettbewerbs stammt.“, befindet Prof. Dr. Reinhard Zimmermann in der „Neuen Juristischen Wochenschrift“. Wer die englische Sprache, in der die Monografie erschienen ist, nicht scheut, dürfe „ein konzentriert geschriebenes, wohltuend schlankes Buch zu einem Thema lesen, das im Zeichen der Globalisierung noch viel Aufmerksamkeit beanspruchen wird.“

Zur Auswahl der empfohlenen Werke
Ein Kreis von Rechtsgelehrten sucht seit mehr als 20 Jahren aus den Neuerscheinungen eines Jahres jene Bücher aus, „die zu lesen sich für jeden Juristen lohnt“ und präsentiert das Ergebnis in der „Neuen Juristischen Wochenschrift“ (NJW). Dabei weist Prof. Dr. Reinhard Zimmermann in der diesjährigen Ausgabe darauf hin, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen sich nicht die Rolle einer Jury in einem Wettbewerb über die besten juristischen Bücher des Jahres anmaßen würden. Zu groß und zu unüberschaubar sei die Zahl juristischer Werke, die Jahr für Jahr in Deutschland erscheinen würden. Vielmehr benenne jeder der Autoren zwei Bücher, die ihm oder ihr im Laufe des vergangenen Jahres aus der Menge der gezielt durchforsteten oder in eigenem Arbeitszusammenhang gelesenen Literatur aufgefallen seien.

Mehr zu "Law for Sale" unter "Aktuelle Publikationen“ auf tax.mpg.de.

Insgesamt wurden in der aktuellen Ausgabe fünf Titel als „Juristische Bücher des Jahres“ und fünf lesenswerte Bücher aus dem Ausland empfohlen.


Juristische Bücher des Jahres 2019


Johanna Stark, Law for Sale: A Philosophical Critique of Regulatory Competition, Oxford University Press, 2019, xiv + 224 Seiten
https://global.oup.com/academic/product/law-for-sale-9780198839491?cc=de&lang=en

Michael Dreyer, Hugo Preuß: Biographie eines Demokraten, Franz Steiner, 2018, xxv + 513 Seiten

Jens Hacke, Existenzkrise der Demokratie: Zur politischen Theorie des Liberalismus in der Zwischenkriegszeit, Suhrkamp Taschenbuch, 2018, 455 Seiten

Bernd Mertens, Gönner, Feuerbach, Savigny, Mohr Siebeck, 2018, xi + 173 Seiten

Martin Würfel, Das Reichsjustizprüfungsamt, Mohr Siebeck, 2019, xiv + 228 Seiten


Leseempfehlungen aus dem Ausland


William A. Schabas, The Trial of the Kaiser, Oxford University Press, 2018, 410 Seiten

Bruce W. Frier (general editor), The Codex of Justinian: A New Annotated Translation, with Parallel Latin and Greek Text, Bde. 1–3, Cambridge University Press, 2016, clxxxvi + 376 Seiten

Michelle le Roux/Dennis Davis, Lawfare: Judging Politics in South Africa, Jonathan Ball Publishers, Johannesburg/Cape Town, 2019, xv + 351 Seiten

Derek van der Merwe, Brown v Leyds – Who has the King’s Voice?, LexisNexis, Durban/Johannesburg/Cape Town, 2017, xi + 381 Seiten

Colm Peter McGrath, The Development of Medical Liability in Germany, 1800–1945, Studien zur europäischen Rechtsgeschichte, Vittorio Klostermann, 2019, x + 262 Seiten

November, 2019