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May Elsayyad erhält den Ibn Khaldun Prize 2012

Für ihr Paper „Voting Islamist or Voting Secular? An Empirical Analysis of Voting Outcomes in 'Arab Spring' Egypt“ haben Dr. May Elsayyad, Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen und Shima’a Hanafy, Wissenschaftliche Referentin an der Philipps Universität Marburg den Ibn Khaldun Prize 2012 erhalten. Mit diesem Preis zeichnet die Middle East Economic Association die Arbeit junger Ökonomen aus.

Elsayyad und Hanafy untersuchten die Ergebnisse der ersten Wahl in Ägypten nach dem Arabischen Frühling und analysierten vor dem Hintergrund der großen Wahlerfolge der Islamisten die wichtigsten Faktoren, die zur Stimmabgabe für islamistische beziehungsweise sekuläre Parteien führten.
Sie zeigten, dass zum einen der sozioökonomische Hintergrund sowie die wirtschaftliche und die Beschäftigungsstruktur in den Wahlkreisen, zum anderen aber auch das besondere, sequentielle Abstimmungsverfahrens das Wahlergebnis in einer statistisch signifikanten und ökonomisch relevanten Weise beeinflussten.

Die Ökonominnen stellten fest, dass der Bildungsgrad negativ mit der Wahl islamistischer Parteien korreliert ist. Wahlkreise mit einem höheren Anteil an Hochschulabsolventen stimmten überwiegend für sekuläre und weniger für islamistische Parteien als Wahlkreise mit einem geringen Anteil an Hochschulabsolventen. Weiterhin fanden Elsayyad und Hanafy heraus, dass die Analphabetenrate innerhalb eines Wahlkreises mit einer höheren Stimmabgabe für die Islamisten korreliert. Dies ist nicht sonderlich überraschend, nutzt der politische Islam doch häufig Moscheen für seine Propaganda. Diese wiederum dienen insbesondere weniger gebildeten Wählern als Informationsquelle.

Bleibt der Faktor „Bildung“ konstant, geben wirtschaftlich schwächere Wahlkreise nicht mehr Stimmen für die Islamisten ab als wirtschaftlich stärkere. Dieses überraschende Ergebnis legt nahe, dass religiöse Aspekte stärker für die Wahl von islamistischen Parteien verantwortlich sind als ökonomische.

Dr. May Elsayyad ist Wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen. Sie kam 2010 als Doktorandin ans Institut und promovierte im Jahr 2012. Elsayyads Forschungsinteressen liegen im Bereich der politischen Ökonomie, der Finanzwissenschaft und des internationalen Steuerwettbewerbs.

Shima’a Hanafy ist Wissenschaftliche Referentin an der Philipps Universität Marburg und Koordinatorin des Programms “Economic Change in the Arab Region” (ECAR).

März, 2013