• Extranet
  • Kontakt
  • Impressum
  • Deutsch
  • English

Steuerpolitik für das 21. Jahrhundert

Steuersysteme sind historisch gewachsen. Sie widerspiegeln, wie sich Theorien und Ideen über Steuergerechtigkeit im Laufe der Zeit entwickeln, mit ökonomischen und politischen Umständen verflechten und einander beeinflussen. Robin Boadway, Professor an der Queen’s University in Kanada, Präsident des International Institute of Public Finance und Ratgeber diverser Regierungen und internationaler Organisationen, hat in einem Vortrag am MPI für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen einen Überblick über die Entwicklung  der Prinzipien und Praktiken gegeben, die den Steuersystemen und -reformen zugrunde liegen.

In den letzten sechs Jahrzehnten hat sich die Vorstellung davon, wie ein optimales Steuer- und Transfersystem auszusehen hat, grundlegend verändert. In seinem Vortrag spannte Boadway den Bogen vom Ideal der „Comprehensive Income Tax“, auf dem viele moderne Steuersysteme beruhen, bis zu aktuellen Ansätzen und Projekten zur Steuerpolitik wie dem Henry Report aus Australien oder dem Mirrlees-Bericht aus Großbritannien. Bei letzterem handelt es sich um ein groß angelegtes Projekt, das zahlreiche internationale Experten unter der Leitung des Nobelpreisträgers Sir James Mirrlees zusammenführte, um die Grundsätze einer optimalen Besteuerung zu untersuchen.

Im Mirrlees-Bericht ändert sich die Perspektive von der Idee des „ability to pay“, bei dem als Maßstab für die Besteuerung die Fähigkeit gilt, Steuern zu tragen, hin zu einem von der optimalen Besteuerungstheorie geleiteten Steuersystem nach dem utilitaristischen Wohlfahrtsprinzip.

Boadway diskutierte die wichtigsten Erkenntnisse und Vorschläge aus dem Mirrlees-Bericht, zeigte offene Punkte und ungeklärte Fragen auf und erklärte, warum seiner Meinung nach der utilitaristische Ansatz als einziger Maßstab für die Besteuerung nicht funktionieren kann. 

Februar, 2013