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Kai A. Konrad erhält Duncan Black Prize

Der Beitrag „Self-enforcing norms and efficient non-cooperative actions in the provision of public goods“ von Kai A. Konrad und Wolfgang Leininger wird als bester Artikel in der Fachzeitschrift Public Choice 2011 mit dem Duncan Black Prize ausgezeichnet.

Die beiden Autoren zeigen in ihrer Arbeit, wie soziale Normen helfen, die Verteilungskonflikte innerhalb einer Gruppe zu lösen und in Konflikten mit externen Konkurrenten kollektives Handeln effizient zu koordinieren.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von vorstaatlichen Gesellschaften oder Gruppen, in denen die einzelnen Mitglieder nur schwer bindende Verträge miteinander schließen können? Wie wird gewährleistet, dass der Einzelne einen adäquaten Beitrag zur Gemeinschaft und zu deren Erträgen leistet? Wie löst man interne Konflikte, wenn es darum geht, die Erlöse zu verteilen? Laut den Untersuchungen von Konrad und Leininger liegt der Schlüssel in der Kraft sozialer Normen und in einer starken Führungspersönlichkeit, die Zugriff auf die wesentlichen Ressourcen hat. Die Geschichte hat gezeigt, dass sich in solchen kleinen Organisationen oft Anführer etablieren, die prominent und vermögend sind. Die Autoren bestätigen dies in ihrem spieltheoretischen Modell als notwendige Bedingung für den Erfolg.

Der so genannte ‚big-man‘ hat keine Durchsetzungsmacht, verteilt aber nach eigenem Ermessen Geschenke an seine Untergebenen. Diese wiederum leisten ihren produktiven Anteil zur Gemeinschaft. Auch wenn es so aussieht, als wäre das Verhalten durch Reziprozität gekennzeichnet, entsteht dieses Handlungsergebnis selbst dann, wenn die einzelnen Gruppenmitglieder rein egoistisch motiviert sind. Die Angst vor möglichen Konflikten innerhalb der Organisation, bei denen Ressourcen verschwendet werden, führt dazu, dass alle Mitglieder ihren Beitrag leisten. Es entsteht ein Gleichgewicht, in dem sich sowohl Trittbrettfahren als auch Verteilungskonflikte vermeiden lassen. 

Kai A. Konrad ist geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen und Wolfgang Leininger Lehrstuhlinhaber Mikroökonomie an der Technischen Universität Dortmund.

Self-enforcing norms and efficient non-cooperative collective action in the provision of public goods, Public Choice, 146(3-4), 2011, 501-520.


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Februar, 2013