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Eigenkapital, Fremdkapital und hybride Finanzierungsformen

Die Ökonomie fordert vom Unternehmenssteuerrecht Entscheidungsneutralität. Die Besteuerung soll die unternehmerischen Entscheidungen nicht verzerren und dadurch der effizientesten Gestaltung entgegenwirken. Ein oft formuliertes Anliegen ist deshalb die Gleichbehandlung von Eigen- und Fremdkapital: Die Steuerlast soll unabhängig davon sein, aus welcher Quelle das Kapital eines Unternehmens stammt.

In einem auffälligen Gegensatz zu dieser Forderung steht der Befund, dass nahezu alle Rechtsordnungen Eigen- und Fremdkapital steuerlich unterschiedlich behandeln. Dieser Befund bietet Anlass zu vertiefter wissenschaftlicher Analyse. Dabei sind sowohl die verschiedenen Konstellationen zu untersuchen, in denen die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital steuerlich von Bedeutung ist, als auch hybride Finanzinstrumente in den Blick zu nehmen, um die entscheidenden Merkmale der Grenzziehung herauszuarbeiten. Eine wichtige Frage ist dabei, wie sich die Eigen- und Fremdkapitalbegriffe des Gesellschaftsrechts, des Bilanzrechts und des Steuerrechts zueinander verhalten: Inwieweit sind sie deckungsgleich, inwieweit gibt es Unterschiede? Über die Auswirkungen, welche die unterschiedliche Behandlung von Eigen- und Fremdkapital für die Besteuerung international tätiger Unternehmen hat, stellt sich das Forschungsthema außerdem in den Kontext der Problematik der Gewinnverlagerung auf internationaler Ebene und der Aufteilung von Besteuerungssubstrat zwischen verschiedenen Staaten.