Albert-Hensel-Preis für Caroline Heber und Deborah Fries

Albert-Hensel-Preis 2021

Caroline Heber wird im Rahmen der virtuellen Jahrestagung der DStJG der Albert-Hensel-Preises 2021 verliehen.

PD Dr. Caroline Heber und Dr. Deborah Fries wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft der Albert-Hensel-Preis 2021 und 2020 verliehen. Mit dem Preis würdigt die Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft e.V. hervorragende Beiträge jüngerer Verfasser zur Erforschung des Steuerrechts.

Caroline Heber, wissenschaftliche Referentin am Institut, ist Albert-Hensel-Preisträgerin des Jahres 2021 und wurde für ihre Habilitationsschrift "Enhanced Cooperation and European Taxation“ ausgezeichnet. Gegenstand der Schrift ist die „Verstärkte Zusammenarbeit“, ein Mechanismus innerhalb der Europäischen Verträge, der es einer Gruppe von mindestens neun Mitgliedstaaten erlaubt, gemeinsam Recht zu erlassen, das nur zwischen diesen Mitgliedstaaten verbindlich ist. In dieser Arbeit geht Caroline Heber insbesondere der Frage nach, inwieweit die durch die verstärkte Zusammenarbeit vertiefte Integration zwischen einzelnen Mitgliedstaaten dem geschaffenen Recht eine privilegierte Stellung verleiht – oberhalb der Ebene nationalen Rechts, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau allgemein verbindlicher EU-Richtlinien und -Verordnungen. Eine solche privilegierte Stellung des Rechts der verstärkten Zusammenarbeit hat insbesondere Auswirkungen auf die Möglichkeit der teilnehmenden Mitgliedstaaten, ihren Harmonisierungserfolg zu schützen. „Enhanced Cooperation and European Taxation“ ist bei Oxford University Press in der Serie Oxford Studies in European Law erschienen.

Neben PD Dr. Caroline Heber wurde auch Isabella Zimmerl für ihre an der Ludwig-Maximilians-Universität München entstandene Dissertation „Joint Tax Audits als Ausgangspunkt zur Effektuierung des Verständigungsverfahrens“ mit dem Albert-Hensel Preis 2021 geehrt.

Bereits vor einem Jahr wurde Deborah Fries‘ am MPI für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen entstandene Dissertation „Fiskusprivilegien – Eine rechtsvergleichende Betrachtung der Behandlung von Steuerforderungen in der Unternehmensinsolvenz“ mit dem Albert-Hensel-Preis 2020 ausgezeichnet. Aufgrund der wegen Corona in 2020 entfallenen Tagung der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, wurde er jedoch erst auf der diesjährigen Tagung am 20.09.2021 verliehen. In ihrer rechtsvergleichenden Arbeit nimmt Fries verschiedene Formen der privilegierten Behandlung des Fiskus bei Unternehmensinsolvenzen unter die Lupe, indem sie Fiskusprivilegien und ihre Auswirkungen in Deutschland, Frankreich, den USA und Australien untersucht. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, inwieweit man Fiskusprivilegien in einem modernen Insolvenzsystem rechtfertigen kann. So muss der deutsche Fiskus einerseits im Rahmen unions- und verfassungsrechtlicher Vorgaben die Erhebung von Steuern sicherstellen, andererseits ist die Gleichbehandlung von Gläubigern ein grundlegendes Prinzip des deutschen Insolvenzrechts.  „Fiskusprivilegien“ ist im Jahr 2020 im Otto Schmidt Verlag erschienen.

Enhanced Cooperation and European Taxation  Fiskusprivilegien

September 2021