Dissertationen mit Fakultätspreis ausgezeichnet

Fakultätspreis für zwei MPI-TAX Dissertationen

Dr. Caroline Glenk und Dr. Jonathan Schindler, bis vor kurzem Promovierende am Institut, sind für ihre Dissertationen mit dem Förderpreis der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgezeichnet worden.

Der Förderpreis der Juristischen Fakultät der LMU wird vom Alumni-Verein der Fakultät für Dissertationen verliehen, die durchgehend in allen Bewertungseinheiten mit der Bestnote summa cum laude bewertet wurden.

Caroline Glenk schrieb ihre Doktorarbeit von März 2017 bis Dezember 2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Unternehmens- und Steuerrecht des Instituts. Seither ist sie im Bayerischen Finanzministerium tätig.

Ihre Arbeit "Verlustverrechnung bei Personengesellschaften und anderen transparent besteuerten Gesellschaftsformen: Eine rechtsvergleichende Analyse zwischen Deutschland, Frankreich und den USA" befasst sich mit der Abzugsfähigkeit von Personen­gesellschafts­verlusten und anderen steuerlich transparenten Einheiten in diesen Ländern. Ausgangspunkt ist der Pass-Through-Status von Personengesellschaften, der es den Gesellschaftern ermöglicht, die Verluste einer Personengesellschaft in der eigenen Steuererklärung abzuziehen und damit direkte Steuervorteile aus derselben zu erzielen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Zusammenhang zwischen der Abzugsfähigkeit von Verlusten und dem Umfang der persönlichen Haftung der Gesellschafter für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Es fällt auf, dass alle untersuchten Rechtsordnungen eine solche Verknüpfung anstreben, auf einer zweiten Ebene jedoch (mehr oder weniger) strenge Beschränkungen der Abzugsfähigkeit von Verlusten auf Gesellschafterebene vorsehen. Die Arbeit vergleicht diese Verlustbeschränkungen und schließt mit einem Reformvorschlag für das deutsche Recht.

Jonathan Schindler kam 2012 als studentische Hilfskraft an das Institut, und promovierte hier von 2017 bis 2020 in der Abteilung für Unternehmens- und Steuerrecht. Im Anschluss ging er ins Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht München.

In seiner Doktorarbeit "Geldwäschegesetzgebung und Steuerrecht" behandelt er die Verflechtungen zwischen der Geldwäschebekämpfung und dem Besteuerungsverfahren. Vor allem durch das Geldwäschegesetz wird in die Grundrechte praktisch der gesamten Bevölkerung eingegriffen. Die dabei gewonnenen Einblicke in die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Einzelnen interessieren aber nicht nur Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendienste, sondern auch die Finanzbehörden. Schindlers zentrale Frage lautet: Ist der Einsatz des Geldwäscherechts für steuerliche Zwecke mit den Grundrechten der Betroffenen vereinbar? Um sie zu beantworten, analysiert er die Entwicklung, die Zielsetzungen, aber auch die Schwächen und Inkonsistenzen des geltenden nationalen und internationalen Regelungswerks.

 

Juli 2022