Am 8. Juli berichtete Professor Erin Scharff über die Finanzierung amerikanischer Kommunen durch eine Vielzahl kleiner lokal erhobener Steuern.
Kommunale Haushaltsmittel stehen immer wieder im Zentrum der Debatten um die Vor- und Nachteile von föderalen Systemen – nicht nur in Deutschland. Auch in den USA ergeben sich aus dem Föderalismus für die Kommunen finanzielle Auswirkungen, aber auch an lokale Gegebenheiten anpassbare Spielräume, unter anderem durch flexible Steuergesetzgebung.
Im Rahmen der Vortragsreihe des Max Planck Hub Fiscal and Social State gab Professor Erin Scharff Einblicke in die kleinteilige Zusammensetzung kommunaler Haushalte im Finanzföderalismus der USA.
Professor Scharff ist Willard H. Pedrick Distinguished Research Scholar und Professorin für Rechtswissenschaften am Sandra Day O'Connor College of Law der Arizona State University. Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf den Fiskalföderalismus, insbesondere auf die rechtliche Befugnis von Bundesstaaten und Kommunalverwaltungen zur Erhebung von Steuern in den USA.
In ihrem Vortrag beleuchtete sie die überraschende und wenig erforschte Rolle selektiver lokaler Steuern, die nur geringe Einnahmen erzielen, aber trotzdem eine wichtige Rolle im Flickenteppich der kommunalen Finanzen der USA spielen.
Auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse stellte Professor Scharff dar, wie amerikanische Kommunalverwaltungen, neben traditionelleren breit angelegten Steuern, auf von Scharff als „Nischensteuern“ bezeichnete Steuern, zurückgreifen, um Beschränkungen auf Ebene der Bundesstaaten und administrative Fragmentierung haushalterisch auszugleichen. Anschließend diskutierte Scharff mit den Teilnehmern deren Auswirkungen auf Sichtbarkeit, Durchsetzung und demokratische Rechenschaftspflicht. „Indem ich den improvisatorischen Charakter der lokalen Besteuerung in den USA hervorhebe, möchte ich Raum für vergleichende Erkenntnisse und einen länderübergreifenden Dialog schaffen.“, fasste Professor Scharff ihren Vortrag zusammen.
August 2025
