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Öffentliche Finanzen und Politische Ökonomie XII

Der traditionsreiche Workshop „Öffentliche Finanzen und Politische Ökonomie“ brachte in seiner zwölften Auflage erneut führende Ökonomen im Harnack-Haus zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Forschungsfragen im Bereich staatlicher Finanzpolitik und politischer Institutionen zu diskutieren.

Teilnehmer des Workshops vor der Ehrengalerie der MPG im Harnackhaus. Gastgeber Kai A. Konrad und Bruno S. Frey sitzend im Vordergrund.Am 12. und 13. Februar 2026 fand der Workshop „Öffentliche Finanzen und Politische Ökonomie XII“ unter der Leitung von Kai A. Konrad vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen statt. Die Veranstaltung, die sich als feste Größe im akademischen Austausch der Abteilung etabliert hat, bot ein vielseitiges Programm zu zentralen Themen der politischen Ökonomie und der öffentlichen Finanzen. Die präsentierten Arbeiten reichten von Fragen internationaler Klimaverhandlungen und politischer Institutionen bis hin zu empirischen Analysen politischer Repräsentation, fiskalischer Regeln und institutioneller Rahmenbedingungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen.

Der erste Workshoptag widmete sich unter anderem der Rolle von Selbstverpflichtungen in Klimaverhandlungen sowie den Auswirkungen institutioneller Regeln und politischer Maßnahmen auf individuelles Verhalten und Wahlergebnisse. Beiträge der Forschenden beleuchteten beispielsweise, welchen Effekt die Verlagerung von Behörden in strukturschwache Regionen auf das Wahlergebnis etablierter und populistischer Parteien hat, sowie wie Kommunikation das Verhalten von Teams im strategischen Wettbewerb prägt. Die Vielfalt der Ansätze – von experimentellen und theoretischen Analysen bis hin zu empirischen Untersuchungen – unterstrich die Breite und Aktualität der Forschung im Bereich der politischen Ökonomie.

Ein Höhepunkt des Workshops war der Abendvortrag von Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. In seinem Vortrag zur aktuellen Lage der deutschen Wirtschaft analysierte er strukturelle Herausforderungen und betonte die Notwendigkeit umfassender Reformen zur Stärkung marktwirtschaftlicher Prozesse. Der Vortrag regte eine intensive Diskussion über wirtschaftspolitische Reformoptionen und deren politische Umsetzbarkeit an.

Der zweite Tag wurde durch Beiträge von Wissenschaftlern wie Bruno S. Frey und Margit Osterloh (beide CREMA) geprägt, die einen innovativen Indikator zur Messung von politischem Dissens in autokratischen Ländern präsentierten und sich mit der Auswirkung von Quoten in Führungsstrukturen befassten. Weitere Präsentationen untersuchten die Rolle von institutionellen Verschuldungsbeschränkungen auf die fiskalischen Handlungsspielräume von Kommunen sowie Herausforderungen politischer Repräsentation in Folge der Wahlrechtsreform zur Verkleinerung des Bundestags.

März 2026